Kurzfassung

Andreas Günter, Lothar Hotz, Thomas Vietze
Diskussion über die Verwendung von terminologischen Systemen oder modularen Problemlösungsbausteinen für die Wissensrepräsentation in Konfigurierungssystemen
Beitrag zum 8. Workshop Planen und Konfigurieren, April 1994 Kaiserslautern

Ein zentraler Aspekt bei der Konfigurierung ist die Repräsentation von domänenspezifischem Wissen. In diesem Beitrag möchten wir die Charakteristika und die möglichen Wissensrepräsentationsformalismen für Konfigurierungssysteme diskutieren. Wir werden darauf eingehen, warum wir uns für ein speziell auf die Konfigurierung zugeschnittenes modulares Konzept entschieden haben. Eine diskutierte Alternative hierzu waren KL-ONE-artige terminologische Systeme (diese werden auch als Konzeptsprachen oder Beschreibungslogiken bezeichnet).

Aus Sicht eines Anwendungsproblems ist Konfigurieren - ebenso wie Planen - ein Synthesevorgang. Allgemein wird unter Konfigurieren das Zusammenfügen von Objekten zu einer Konfiguration verstanden. Dabei sind gegeben:

In dem Werkzeugsystem PLAKON (vgl. [Cunis91]) und dem Nachfolgesystem KONWERK (vgl. [Günter91]) wird in der Wissensbasis strikt getrennt zwischen: Die Dreiteilung der Wissensbasis führt zu einer erheblich besseren Wartbarkeit und übersichtlichkeit der einzelnen Teile. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der PLAKON-Entwicklung, welches inzwischen auch von vielen anderen Gruppen übernommen wurde. Demgegenäber gibt es Bestrebungen terminologische Systeme als zentralen Repräsentations- und Inferenzmechanimus auch in Konfigurierungssystemen einzusetzen.

Diese beiden Alternativen möchten wir diskutieren. Zunächst werden Anforderungen aus der Konfigurierungsdomäne vorgestellt und mit dem Grundkonzept von terminologischen Systemen (s. [Brachmann85]) abgeglichen (Abschnitt 2). Für eine Einführung in Konzeptsprachen siehe u.a. [Baader92a] oder [vonLuck90]). Aufgrund der starken Differenzen zwischen den Anforderungen und den terminologischen Systemen haben wir uns für ein anderes Konzept entschieden, welches wir in Abschnitt 3 vorstellen. Der Beitrag schliesst mit einer Diskussion.


Stand 16. Februar 1996